DIE ANDEREN

Sarah Brodbeck
 

11.04. 20.00 Uhr | Vernissage
 

12.04. Raum geöffnet 20-23 Uhr
 

14.04 20.00 Uhr | Lecture Performance – „one for the money, two for the show“ im Rahmen der Installation „die Anderen“ – Judith Engel und Fides Schopp
 

Unsere Gesellschaft ist charakterisiert durch die Trennung in verschiedene Räume, Lebensräume und Bereiche, die sich stetig neu definieren. So findet sich das Selbst in der Situation wieder, dass es sich zwischen den Strukturen bewegen kann und dabei aber doch immer im selben Raum bleibt. Es besteht keine klare Grenzziehung mehr. Es stellt sich nicht nur die Frage nach diesen Grenzen, sondern auch danach, ob diese Trennung überhaupt existiert.
Die festen Strukturen von Privatem und Öffentlichem beginnen in ihrer Starrheit dynamisch zu werden und nebeneinander bzw. ineinander zu existieren. Grenzen finden ihre Form in unterschiedlichen Materialien, die jeweils für sich eine Imitation von privatem und öffentlichem Raum repräsentieren. Die großflächigen Scheiben sind wie Schaufenster.
Der Schauende wird zum Voyeur, gleichzeitig gewährt der Gesehene diesen Einblick, bleibt dabei jedoch anonym. Das Außen wird bedrohlich, es befindet sich längst im Innenraum.
 

Die Formen der Auseinandersetzung mit dem zugrundeliegenden Thema “ Innen und Außen“ sind nahezu unbegrenzt. Sarah Brodbeck hat deshalb ergänzend Judith Engel & Fides Schopp eingeladen. Entstanden sind auf den ersten Blick zwei völlig unterschiedliche Arbeiten, die dennoch denselben Ausgangspunkt teilen.
 

„One for the money, two for the show“
Der Rapper Jay Z hat ein Performanceintermezzo mit der Kunstikone Marina Abramovic. Sein Kollege Kayne West ist studierter Künstler und das neue Album des Überpopstars Lady Gaga trägt den Namen Artpop. Dass sich Pop und Kunst immer wieder gegenseitig beeinflussen ist nicht neu und Andy Warhol als Begründer der Popart schon länger tot. Es geht gerade offenbar nicht mehr nur um popkulturelle Bezüge in der Kunst und umgekehrt, sondern um eine Neubewertung von Pop und Kunst als gleichwertige Disziplinen. Was unterscheidet heute einen Popstar vom „Gegenwartskünstler“ und warum wird der Bereich der Kunst immer noch vehement gegen eine Verschmelzung mit der Popkultur verteidigt? Was ist dagegen einzuwenden, dass Jay-Zs Chancen der neue Picasso zu werden vielleicht gar nicht so schlecht stehen? Anhand dieser aktuellen Beobachtungen entfaltet sich ein multimedialer Diskurs über erfolgreiche Partner von Popstars, Künstlermythen, Castingshows, die Selektivität von Museen, Leidenschaft und Kunstmarkt.
 

Sarah Brodbeck, Judith Engel und Fides Schopp haben zur selben Zeit ihr Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart aufgenommen. Judith Engel und Fides Schopp arbeiten seit einem Jahr gemeinsam in unterschiedlichen Formaten an der Schnittstelle zwischen Kunstwissenschaft und Popkultur. Sarah Brodbeck arbeitet überwiegend räumlich installativ. Die Ausstellung in der Lotte wird ihr erstes gemeinsames Projekt werden. Trotz unterschiedlicher praktischer und inhaltlicher Herangehensweisen, war die gemeinsame Auseinandersetzung mit dem von Sarah Brodbeck vorgegebenen Thema ein wichtiger Teil des Prozesses für die Entstehung beider gezeigten Arbeiten.

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