UNTERSCHÄTZ MIR DIE OBJEKTE NICHT

Franca Scholz
 
5. Mai 2013
 
Wie reagiert man auf etwas, dessen Funktion nicht zu erschließen ist?
Franca Scholz dokumentiert in der Öffentlichkeit vorgefundene Objekte, die funktionslos erscheinen – ein Akt der Archivierung. Die Eisenkonstruktionen, Betonskulpturen und Holzskelette wirken wie geheimnisvolle Zeichen einer nicht zugänglichen Sprache.
Durch eine Nachbildung anhand der Fotografien mit identischem Material macht sie sich die Objekte zu Eigen und erforscht gleichzeitig Konstruktionen, Materialien und Formen, mit denen sich Menschen umgeben. Durch das Nachbauen, das auch ein Begreifen des Zustandes, der Materialität, der Beschaffenheit bedeutet, werden die Objekte konserviert und erhalten damit eine Aufwertung, denn plötzlich ist da mehr, als die bloße Frage nach der Funktion.
 
Aber was ist dieses mehr?
Und was genau wird am Ende konserviert? Die Fiktion einer Funktion?
Wo ist in der entstehenden Intertextualität das Original zu finden?
Wird etwas weggenommen? Wird etwas hinzugefügt? Entsteht etwas Neues?
 
Franca Scholz, geb. 1988 in München, studierte 2008-2010 Europäische Ethnologie, Neuere deutsche Literatur und Ostslavistik an der Albert – Ludwigs – Universität in Freiburg im Breisgau.

Seit 2010 studiert sie bei Prof. Armin Linke und Prof. Michael Clegg Medienkunst an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe. 2012 erhielt sie im Rahmen der Gruppenausstellung „Jerusalem in the darkroom“ den ZKM Förderpreis.

 

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